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Psychiatrie Baselland testet digitale Therapiebegleitung für Jugendliche

Liestal, 27. Mai 2026

Als erste Psychiatrie der Schweiz erprobt die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrie Baselland eine digitale Therapiebegleitung im ambulanten und stationären Bereich. Die App Ylah («sich einlassen») wurde bisher ausschliesslich bei erwachsenen Patientinnen und Patienten eingesetzt. Nun kommt die App auch bei Jugendlichen zum Einsatz.

Digitale Medien sind im Alltag von Jugendlichen kaum mehr wegzudenken. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrie Baselland testet deshalb eine digitale Therapiebegleitung. Die Ylah-App ersetzt nicht den Therapeuten oder die Therapeutin, sondern ist ein idealer Begleiter ergänzend zu den Therapiestunden. Psychoedukative Massnahmen, Tagebücher und Übungen können so durch das digitale Medium ergänzt werden.

App unterstützt im Alltag

Ylah ist der erste Schweizer Anbieter für die sogenannte Blended Psychotherapie (digitale Therapiebegleitung), der bei Swissmedic registriert ist. Nun testet die Psychiatrie Baselland die App für Jugendliche. Für den Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jochen Kindler, sind die Patientinnen und Patienten so aktiver in die Therapie eingebunden: „Damit schaffen wir eine niederschwellige Ergänzung zur Therapie, die den Transfer in den Alltag erleichtert und die Behandlung auch zwischen den Sitzungen unterstützt und festigt.“

Erste Rückmeldungen aus dem Pilotprojekt zeigen, dass insbesondere die psychoedukativen Inhalte als hilfreich wahrgenommen werden. Gleichzeitig wird geprüft, wie die App noch stärker auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ausgerichtet werden kann.

Gewonnene Erkenntnisse für Jugendliche nutzen

Ursprünglich wurde die App Ylah für Erwachsene entwickelt. Für Ylah-CEO Florence von Gunten ist die Zusammenarbeit mit der Psychiatrie Baselland sehr wertvoll: „Wir können den digitalen Begleiter im Rahmen dieses Pilotprojekts für Jugendliche weiterentwickeln und die App an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen.“

Um die Häufigkeit und die Art der Anwendung auszuwerten, erhebt die Ylah-App die Nutzungsdaten anonymisiert und es werden keine identifizierbaren Personendaten in der App verarbeitet. Der Datenschutz ist damit im Rahmen des Piloten gewährleistet. Das Pilotprojekt wird im Laufe des Jahres von der Psychiatrie Baselland evaluiert und abgeschlossen.

Finanzierung digitaler Therapiebegleitung unklar

Hinsichtlich der Finanzierung bleiben weiterhin Fragen offen. In Deutschland werden ähnliche Apps im Rahmen einer Therapiebegleitung bereits von den Krankenkassen übernommen. In der Schweiz werden bislang nur bei Erwachsenen gewisse digitale Therapie-Apps zur Selbstanwendung vergütet. Im Pilotprojekt in Liestal trägt die Psychiatrie Baselland die Kosten der App. Ziel dieses Projekts ist es, den Nutzen digitaler Therapiebegleitung für Jugendliche im Alltag zu evaluieren und Erkenntnisse für den künftigen Einsatz solcher Angebote in der Versorgung junger Menschen zu gewinnen.