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PBL erneut als selbsthilfefreundliches Spital ausgezeichnet

1. Oktober 2026

Die Psychiatrie Baselland (PBL) ist von Selbsthilfe Schweiz erneut als «Selbsthilfefreundliches Spital» ausgezeichnet worden. Damit wird eine Zusammenarbeit bestätigt, die bei der PBL seit vielen Jahren fest verankert ist. Neu gilt die Auszeichnung für vier Jahre.

Menschen mit psychischen Erkrankungen profitieren nicht nur von professioneller Behandlung. Ebenso wertvoll kann der Austausch mit Menschen sein, die Ähnliches erlebt haben. Ergänzend zu einer ambulanten oder stationären Therapie in der Psychiatrie kann Selbsthilfe eine wichtige Brücke in den Alltag sein. Selbsthilfegruppen schaffen einen Raum, in dem Betroffene oder Angehörige Erfahrungen teilen, voneinander lernen und sich gegenseitig auf ihrem weiteren Weg unterstützen können. Wer von Erfahrungen anderer profitiert, erlebt, dass Veränderung möglich ist und dass Rückschläge nicht das Ende bedeuten. Genau das können Betroffene oder Angehörige häufig besonders glaubwürdig vermitteln und damit anderen Hoffnung und Mut geben. Deshalb ist es der PBL sehr wichtig, dass die Selbsthilfe in die patientenzentrierte Versorgung integriert ist. Pablo Philipp, Verantwortlicher für die Selbsthilfe bei der PBL freut sich über die Wiederauszeichnung: «Die Selbsthilfe ergänzt die professionelle Behandlung um etwas, das wir als Fachpersonen nicht ersetzen können: den Austausch in einer Gruppe auf Augenhöhe mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen. Das gemeinsame Teilen und der Umgang mit psychischen Erkrankungen oder schwierigen Lebenssituationen sind wichtige Elemente der Genesung. Deshalb ist es uns ein Anliegen, dass unsere Patientinnen und Patienten die Selbsthilfe kennen und möglichst unkompliziert Zugang dazu finden.»

Die PBL arbeitet seit mehreren Jahren eng mit dem Zentrum Selbsthilfe Basel und Selbsthilfegruppen aus der Region zusammen. Bereits 2020 wurde die PBL erstmals als selbsthilfefreundliches Spital ausgezeichnet; Wiederauszeichnungen folgten 2022, 2024 und neu 2026.

Dank Qualitätskriterien Kontinuität gewährleisten

Hinter der Auszeichnung steht mehr als ein Label. Das Modell von Selbsthilfe Schweiz basiert auf mehreren Qualitätskriterien. Dazu gehört beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen der regionalen Selbsthilfe und der PBL. Zudem werden Patientinnen und Patienten systematisch auf Selbsthilfeangebote aufmerksam gemacht und darüber informiert. Seit 2026 gelten neue Rahmenbedingungen. Die Auszeichnung ist nun vier statt zwei Jahre lang gültig. Die Qualitätsarbeit läuft während dieser Zeit weiter: Jährlich findet eine dokumentierte Selbstevaluation statt; im vierten Jahr folgt für die Wiederauszeichnung erneut ein Qualitätsberatungsgespräch mit der Selbsthilfe Schweiz.

Auch über die bestehenden Qualitätskriterien hinaus soll die Zusammenarbeit weiter vertieft werden. Gemeinsam werden Möglichkeiten entwickelt, wie Selbsthilfeangebote für Patientinnen und Patienten noch greifbarer und leichter zugänglich werden können.

Elena Konstantinidis iststellvertretende Geschäftsführerin Selbsthilfe Schweiz  und Projektleiterin selbsthilfefreundliche Spitäler in der Schweiz. Sie betont: «Die erneute Auszeichnung zeigt, dass Selbsthilfefreundlichkeit bei der Psychiatrie Baselland nicht als einmaliges Projekt verstanden wird, sondern langfristig in der Versorgung verankert ist. Entscheidend ist die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Gesundheitsinstitution, regionalem Selbsthilfezentrum und Menschen mit eigener Erfahrung.»

Mehr als 200 Selbsthilfegruppen in der Region Basel

Wie gross das Bedürfnis nach Austausch und Unterstützung ist, zeigen die aktuellen Zahlen des Zentrums Selbsthilfe Basel. 2025 bestanden in der Region 206 Selbsthilfegruppen, neun mehr als im Vorjahr. 48 davon treffen sich im Kanton Basel-Landschaft. Besonders gewachsen ist das Angebot bei psychischen Belastungen und sozialen Herausforderungen. Neue Gruppen entstanden beispielsweise zu ADHS im Erwachsenenalter, Angst und Panik sowie psychischer und physischer Gewalt. Auch die Beratungszahlen im Zentrum Selbsthilfe sind gestiegen. Rund 80 Prozent der Anfragen an die Beratungsstelle betrafen 2025 psychosoziale Themen oder psychische Erkrankungen. Katharina Rübsaamen, Co-Geschäftsleiterin Zentrum Selbsthilfe Basel, betont dass gerade im Bereich psychische Gesundheit das Interesse an Beratung und Selbsthilfegruppen in der Region Basel gestiegen sei. Gerade deshalb sei die langjährige Zusammenarbeit und Weiterentwicklung mit der PBL wertvoll: «Sie hilft uns, Betroffenen und Angehörigen den Zugang zu Selbsthilfeangeboten frühzeitig aufzuzeigen und kontinuierlich zu gewährleisten.»

Text und Foto: Joëlle Beeler

Kontakt
Pablo Philipp
Leitung Fachbereich Sozialarbeit
 Liestal