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Der Anteil Menschen mit psychischen Erkrankungen, die in Tageskliniken und Home Treatment behandelt werden, dürfte künftig steigen. Mit dieser Entwicklung der psychiatrischen Versorgung in den sogenannten intermediären therapeutischen Settings haben sich Fachleute an einer Tagung in der Psychiatrie Baselland in Liestal befasst.

Mehr ambulante und intermediäre, das heisst tagesklinische und mobile, statt stationäre Behandlungen: Dieser Trend in der psychiatrischen Versorgung hält an und wird sich in Zukunft weiter verstärken. Gleichzeitig dürfte der Bedarf an stationären Therapien in der Erwachsenenpsychiatrie sinken.

Alternativen zu stationären Behandlungen seien bei vielen Patientinnen und Patienten sehr gefragt, sagte Matthias Jäger am Symposium der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrische und Psychotherapeutische Tageskliniken (SGPPT) in Liestal. Der Direktor Erwachsenenpsychiatrie der Psychiatrie Baselland (PBL) sieht nicht nur eine Verlagerung in den ambulanten Sektor. Auch intermediäre Angebote würden immer wichtiger. Dazu gehören vor allem Tageskliniken und Home Treatment, die aufsuchende Behandlung zuhause bei Patientinnen und Patienten.

Tagesklinik auch bei akuten Problemen

Matthias Jäger misst der Tagesklinik (TK) als Alternative zur stationären Behandlung eine hohe Bedeutung zu. Dank der TK könnten Klinikaufenthalte ersetzt oder verkürzt, ambulante Behandlungen intensiviert und Betroffene mit chronischen Verläufen besser rehabilitiert wer-den. Zudem erleichtern sie es, Therapiefortschritte in den Lebensalltag zu übertragen.

Integrierte Versorgung mit multiprofessionellen Teams

Die Tagesklinik ist zudem wesentlicher Teil der integrierten Versorgung, die alle Behand-lungssettings umfasst. Ein integriertes Versorgungsangebot durch ein multiprofessionelles Behandlungsteam ermöglicht eine durchgehende Behandlung von Anfang bis Abschluss aus einer Hand. Abbrüche und Wechsel in der therapeutischen Beziehung können so vermieden werden. Dies wirkt sich positiv auf das Behandlungsergebnis und die Effizienz aus.

Erfahrungsaustausch in Workshops

Die Teilnehmenden des Symposiums vertieften in Workshops verschiedene Aspekte der Ta-geskliniken und tauschten ihre Erfahrungen aus. Unter anderen präsentierten sich die Tageskliniken der PBL: Oberarzt Eik Mürke und Pflegeleiter Cyrille Renaux lieferten einen Werkstattbericht über die TK Münchenstein.

Über die Tücken beim Aufbau einer Tagesklinik für Krisenintervention und Abhängigkeitserkrankungen informierten Oberärztin Christine Rysler und Pflegeleiter Arno Tüxen von der TK des Zentrums für psychische Gesundheit Binningen. Und die Psychologin Nadja Jacob und TK-Leiterin Rose Rickenbacher gaben den Workshop-Teilnehmenden einen Einblick in die Zusammenarbiet in der Gruppe im Alltag der TK Liestal. 
 

Kontakt

Prof. Dr. med.
Matthias Jäger
Direktor Erwachsenenpsychiatrie,
Chefarzt Privatklinik
Cyrille Renaux
Pflegerische Leitung
Tagesklinik und Ambulatorium
Münchenstein