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Die Zahl der behandelten Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Psychiatrie Baselland ist 2021 auf 13'131 gestiegen. Die Weiterentwicklung des Campus Liestal und die Planung weiterer Bau- und Sanierungsprojekte sind zügig vorangekommen. Erstmals präsentiert die PBL einen Online-Geschäftsbericht.

Liestal, 4. Mai 2022

Die Nachfrage nach Therapien der Psychiatrie Baselland (PBL) ist 2021 stark gestiegen. Die Zahl der Patientinnen und Patienten erhöhte sich um 8,2 Prozent auf 13'131 Personen. Insgesamt leistete die PBL 81'114 Pflegetage, was einem Anstieg von 6,3 Prozent entspricht (Kennzahlen siehe unten).

Neue stationäre und ambulante Angebote

"Auch unter den Einschränkungen der Pandemie konnten wir unsere Leistungen in gewohnt hoher Qualität anbieten", sagt PBL-CEO Barbara Schunk. Besonders betroffen von den Folgen von Corona waren Kinder und Jugendliche. "Wir mussten viele junge Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und akuter Selbst- und Fremdgefährdung behandeln", sagt die CEO.

In der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie hat die PBL einen Versorgungsauftrag für die Kantone Baselland, Basel-Stadt und Solothurn. Sehr gut bewährt hat sich die neue Station für Essstörungen und Krisenintervention (AEK) im Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) in Liestal, die im Januar 2021 eröffnet wurde.

Angebotslücken in der Region geschlossen

Auch die neue Tagesklinik für Erwachsene mit psychischen Krisen oder mit problematischem Substanzkonsum im Zentrum für psychische Gesundheit Binningen hat sich sehr gut etabliert. "Mit der AEK und der Tagesklinik in Binningen haben wir bestehende Angebotslücken in unserer Region geschlossen", so Barbara Schunk. Ausgebaut mit Blick auf bestehende Bedürfnisse hat die PBL ebenfalls ambulante Angebote: So wurde eine Sprechstunde für Long-Covid-Betroffene sowie Menschen mit Schlafstörungen in Kooperation mit dem Kantonsspital Baselland etabliert.

Unterstützung von psychisch belasteten und beeinträchtigten Menschen

Das arbeitspsychiatrische Kompetenzzentrum WorkMed der PBL hat 2021 erneut mehr Menschen arbeitspsychiatrisch abgeklärt, beraten oder behandelt als im Vorjahr. Eine Evaluation der IV-Stellen zur Zufriedenheit mit den Abklärungen durch WorkMed hat zudem ergeben, dass WorkMed-Abklärungen einen klaren Mehrwert für die IV-Fachpersonen bieten. Der Unternehmensbereich inclusioplus hat seine Angebote in der ambulanten Wohnbegleitung von beeinträchtigten Menschen erweitert. Dazu gehören sozialpädagogische Leistungen (z.B. Unterstützung beim Kochen) sowie Assistenzleistungen (z.B. in der Reinigung).

Voller Einsatz der Mitarbeitenden

Die Pandemie hat die Mitarbeitenden stark gefordert. Durch ein flexibles und stationsübergreifendes Personalmanagement gelang es der PBL, coronabedingte Ausfälle zu bewältigen. Die Versorgung von akuten Krisenfällen war jederzeit gewährleistet. Die hohe Nachfrage nach Leistungen und die zusätzlichen Angebote haben zu einem Anstieg der Anzahl Mitarbeitenden auf 1'157 Personen geführt.

Mehr Einnahmen – höhere Kosten

Mit den höheren Fallzahlen und neuen stationären, teilstationären und ambulanten Angeboten hat sich der Betriebsertrag auf 109,2 Mio. CHF erhöht. Gestiegen ist – vor allem aufgrund höherer Personalkosten – auch der Betriebsaufwand. Der Kanton Basel-Landschaft hat nicht finanzierte Zusatzkosten für den Ausbau der ambulanten Leistungen in der KJP abgegolten. Das Geschäftsjahr schliesst mit einem EBITDAR (Gewinn vor Zinsen, Abschreibungen und Mieten) von 7,3 Mio. CHF (2020: 6,7 Mio.) und einem Jahresgewinn von 1,2 Mio. CHF (1,1 Mio).

Modernisierungsschub und Ausblick

Der Campus Liestal entwickelt sich weiter. Planmässig vorangeschritten sind die Bauarbeiten der neuen Klinikgebäude für die Krisenintervention sowie die Alterspsychiatrie und Privatklinik auf dem Campus Liestal, die in der zweiten Hälfte 2023 eröffnet werden. Derzeit läuft in beiden Klinikgebäuden der Innenausbau. Erfolgreich abgeschlossen wurde der Projektwettbewerb für einen Neubau des Wohnbereiches des Unternehmensbereichs inclusioplus (Wohnen und Arbeiten) an der Wiedenhubstrasse in Liestal. Geplant ist ebenfalls eine Kernsanierung und Umnutzung des bestehenden Klinikgebäudes Haus B und eine Teilsanierung von Haus A.

"Mit den umfassenden Investitionen konzentrieren wir unsere Angebote auf dem Campus Liestal", sagt die CEO. "Wir wollen damit Mehrwerte schaffen für unsere Patientinnen und Patienten, aber auch für unsere Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnheimen von inclusioplus."

Kennzahlen

(Beträge in 1'000 CHF)

2021

 

2020

in %

Betriebsertrag

109'170

100'974

+ 8,1

Betriebsaufwand (ohne Abschreibungen)

104'279

96'209

+ 8,4

Personalaufwand

83'658

76'924

+ 8,8

Sachaufwand

20'621

19'285

+ 6,9

 

 

 

 

EBITDAR (Gewinn vor Zinsen, Baurechtszinsen, Abschreibungen, Mieten

7'281

6'676

+ 9,1

EBITDAR-Marge (EBITDAR in % vom Betriebsertrag)

6,7

6,6

+ 0,1 %-Punkte

 

 

 

 

Jahresgewinn

1'243

1'106

+ 12,4

Eigenkapital

62'152

62'226

- 0,1

Eigenkapital-Quote in %

45,5

46,0

- 0,5 %-Punkte

 

 

 

 

Behandelte Fälle total

13'131

12'141

+ 8,2

Behandelte Fälle Erwachsenenpsychiatrie

9'420

8'627

+ 9,2

Behandelte Fälle Kinder- und Jugendpsychiatrie

3'711

3'514

+ 5,6

Pflegetage

81'114

76'316

+ 6,3

Mitarbeitende (Personen)

1'157

1'079

+ 7,2

Vollzeitstellen

827,8

765,6

+ 8,1

Kontakt

Barbara Schunk, lic.rer.pol.
CEO Psychiatrie Baselland