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Impulse für eine psychiatrische Pflege im Aufbruch

Liestal, 19. Februar 2026

Unter dem Motto "Gemeinsam gestalten - Perspektiven für Arbeit, Laufbahn und Versorgung in der psychiatrischen Pflege“ haben 120 Fachpersonen am 10. Pflegesymposium beider Basel in Liestal über innovative Arbeitsmodelle, die Förderung von Talenten sowie die Vision einer patientenzentrierten und recoveryorientierten Psychiatrie referiert und diskutiert. 

Gestaltung beschreibt einen aktiven Prozess, bei dem Menschen wirksam werden und eine aktive Handlung vollziehen. Das Symposium war eine Einladung, gemeinsam über Handlungsfelder zu sprechen, in denen Veränderungen aktiv mitgestaltet werden können. Erstmals waren am Pflegesymposium beider Basel auch Fachpersonen aus dem Ausland vertreten. Teilnehmende von der Universitätsklinik Heidelberg brachten ihre Erfahrungen in die Workshops und Gespräche ein, was zu einem bereichernden Austausch führte. Und es zeigte sich, dass Pflegende aus der Schweiz und Deutschland viele Anliegen teilen.

Arbeit neu denken  

Prof. Dr. Isabelle Zinn von der Berner Fachhochschule erläuterte unter dem Titel „Old Work zu New Work", warum Arbeit neu gedacht werden sollte. Sie zeigte, wie sich Arbeitswelten im Gesundheitswesen verändern und welche Chancen neue Arbeitsmodelle bieten – gerade für die psychiatrische Pflege. Dabei geht es um Themen wie Selbstorganisation oder flexible Arbeitsformen mit dem Ziel, die Attraktivität psychiatrischer Pflegeberufe langfristig zu stärken. Klar wurde auch: Die Transformation der Arbeitskultur ist eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe.

Laufbahnplanung aktiv gestalten

Um Nachwuchsförderung ging es bei Dr. Philipp Mattmann, Pflegedirektor beim Psychiatriezentrum Münsingen. Er zeigte auf, wie individuelle Stärken junger Mitarbeitender erkannt und systematisch entwickelt werden können. Der begleitende Workshop zur Laufbahnplanung bot Raum für praxisnahe Vertiefung und Austausch zum Zweck, berufliche Entwicklung transparent, motivierend und nachhaltig zu gestalten.

Die Workshops

Mehrere Workshops beschäftigten sich mit der Weiterentwicklung psychiatrischer Versorgungskonzepte. Im Mittelpunkt standen Themen wie Recovery und Peerarbeit oder die Behandlung zu Hause im direkten Lebensumfeld der Patientinnen und Patienten (Home Treatment).

Auf grosses Interesse stiess der Workshop zur Reduktion von Gewaltereignissen gegenüber Pflegenden. Die Teilnehmenden diskutierten Ansätze für Prävention und Deeskalation sowie zur Haltung und Einstellung der Mitarbeitenden gegenüber diesem Phänomen. Es ging auch um die Art und Häufigkeit von Aggressionen gegenüber Pflegepersonal und um Nachsorgekonzepte für von Gewalt betroffenen Mitarbeitenden.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Das Pflegesymposium beider Basel machte deutlich: Die psychiatrische Pflege steht vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels vor komplexen Herausforderungen von veränderten Arbeitswelten und fachlich hohen Ansprüchen. Klar wurde, dass es zum fachlichen und ethischen Grundverständnis sowie in den Verantwortungsbereich jeder Pflegefachperson gehört, sich mit ihrer Haltung und ihren Interventionen an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Praxis zu beteiligen. Diese Aufgabe gelingt nur im Miteinander mit den betroffenen Menschen, ihren Angehörigen, deren sozialen Umfeld und den anderen Berufsgruppen.

Kontakt
Elena Seidel, MScN
Direktorin Pflege