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Die Psychiatrie Baselland hat 2019 rund 11'000 Patientinnen und Patienten behandelt. Das sind über drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Jahresgewinn liegt bei 3,2 Mio. CHF. Höhepunkt des Geschäftsjahres war der Start der Bauarbeiten für das neue Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Liestal. Die Coronavirus-Pandemie belastet das laufende Geschäftsjahr mit höheren Kosten und Ertragsausfällen. 

Liestal, 22. April 2020

"Wir sind 2019 ein gutes Stück weitergekommen", freut sich Barbara Schunk, CEO der Psychiatrie Baselland (PBL). Höhepunkt war der Beginn der Bauarbeiten für das neue Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) in Liestal, der sich aufgrund von Einsprachen mehrere Jahre verzögert hatte. "Wir werden diese moderne und attraktive Liegenschaft für die Therapie unserer jungen Patientinnen und Patienten voraussichtlich Ende 2020 eröffnen und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Behandlungsqualität dieser Menschen leisten". Der Neubau ersetzt ein sanierungsbedürftiges Gebäude der KJP in der Nähe des neuen Standortes.

Näher zu den Menschen im Unterbaselbiet

Vorwärts geht es auch mit dem Umbau einer Immobilie in Binningen. Hier etabliert die Psychiatrie Baselland das "Zentrum für psychische Gesundheit Binningen". Im Gebäude werden mehrere Standorte der PBL im Unterbaselbiet konzentriert. "Auch hier sind wir auf Kurs", sagt Barbara Schunk. "Wir wollen den Betrieb in diesem zentral gelegenen und stadtnahen Therapiegebäude mit Ambulatorien und einer Tagesklinik im Herbst 2020 starten".

Wegweisender Wandel

"Mit den Neubauten stehen wir vor einem wegweisenden Wandel", so die CEO. "Wir sind intensiv daran, uns auf diese Veränderungen vorzubereiten". Dazu gehören auch die beiden Liegenschaften für die Alterspsychiatrie und die Krisenintervention, die auf dem Campus Liestal an der Bienentalstrasse geplant sind. Die Projekte stehen im Baubewilligungsverfahren. Hier konzentriert die PBL längerfristig ihre Angebote von Haus D an der Rheinstrasse, dem ehemaligen kantonalen Altersheim (Pfrund). 

Nicht nur äusserlich, auch innerhalb der PBL bewegt sich einiges. "Wir haben verschiedene Projekte lanciert mit dem Ziel, unsere Leistungen noch stärker an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten auszurichten sowie unsere Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten", erläutert Barbra Schunk. Ebenfalls sind weitere Etappen in der fortschreitenden Digitalisierung der PBL zurückgelegt worden. Sichtbare Ergebnisse sind etwa die neue Homepage oder digitalisierte Prozesse im Personalbereich. Das kommt der PBL in der aktuellen Situation zugute.

Angebote in neuen Unternehmenseinheiten ausgebaut

Massiv verstärkt hat die PBL ihr Engagement für die Integration psychisch erkrankter Menschen in die Arbeitswelt. Dazu hat sie das arbeitspsychiatrische Kompetenzzentrum WorkMed gegründet. Der Start von WorkMed verlief erfreulich positiv: Das Interesse an den spezifischen Angeboten ist gross; erste Pilotprojekte konnten mit der Invalidenversicherung, der Arbeitslosenversicherung sowie mit Privatversicherungen und Behörden (Sozialhilfe) vereinbart werden. Ziel dieser Kooperationen ist es, für Versicherte berufliche Standortbestimmungen durchzuführen.

Der bisherige Unternehmensbereich "Wohnen und Arbeiten" tritt neu unter der Markenbezeichnung "inclusioplus - Arbeiten und Wohnen mitten in der Gesellschaft" auf. Damit hat die PBL ihre Leistungen für beeinträchtigte Menschen neu ausgerichtet. Das Angebot von inclusioplus umfasst verschiedene Formen begleiteter Arbeit, Plätze für betreutes Wohnen sowie für sinnvolle Tagesgestaltung für Menschen mit kognitiver, psychischer und mehrfacher Beeinträchtigung. Die Angebote von inclusioplus wurden rege beansprucht. Die Nachfrage für Wohnen war überdurchschnittlich hoch.

Patientenzahl leicht erhöht

Solide entwickelte sich auch die Anzahl der Patientinnen und Patienten; sie ist 2019 auf rund 11'000 gestiegen, ein Plus von 3,2 Prozent. Sie teilen sich auf in 2'423 stationäre sowie 8'507 ambulante und tagesklinische Patienten in der Erwachsenenpsychiatrie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Zahl der Pflegetage hat erstmals nach zwei Jahren um 2,7 Prozent auf 82'319 wieder zugelegt; die Betten waren durchschnittlich zu 96,4 Prozent belegt. Dieser Wert wurde letztmals 2013 erreicht.

Gesunde Finanzen

Die PBL erzielte auch ein erfreuliches finanzielles Ergebnis. Sie schliesst das Geschäftsjahr mit einem Gewinn vor Abschreibungen und Zinsen (EBITDA) von 7,0 Mio. CHF, das ist ein Plus von 24,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund für das gute Resultat ist eine hohe Belegung in der stationären Erwachsenenpsychiatrie inklusive Privatklinik und Mehrleistungen in den Ambulatorien.

Aufgrund des guten EBITDA hat sich auch die EBITDA-Marge auf 6,9 Prozent erhöht (Vorjahr 5,6 %), ebenso der Jahresgewinn auf 3,2 Mio. CHF, was einer Steigerung von 14,9 Prozent entspricht. Belastet wurde das Jahresergebnis durch erstmals anfallende Zinsen für das Fremdkapital.

Das erzielte Ergebnis führte zu einem Eigenkapital von 60,9 Mio. CHF, was einer Steigerung von 3,3 Mio. entspricht. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 44,1 Prozent (Vorjahr: 74,0 %). Die Eigenkapitalquote reduzierte sich, weil die PBL für die Finanzierung der Investitionen Fremdkapital von 60 Mio. CHF aufgenommen hat.

Coronavirus-Pandemie dämpft das Geschäftsjahr 2020

Das laufende Geschäftsjahr hat für die PBL gut angefangen. Die Zahl der Patientinnen und Patienten ist im ersten Quartal 2020 gegenüber der gleichen Vorjahresperiode noch leicht gestiegen. Der behördlich angeordnete "Lockdown" ab 16. März 2020 hat allerdings den weiteren Verlauf gedämpft. In den Monaten März und April lagen die Zahlen im ambulanten, stationären Bereich und in den Nebenbetrieben bereits deutlich unter den Vorjahreswerten. Allein im März hat sich die Zahl der Patientinnen und Patienten gesamthaft um 19,2 Prozent reduziert. Die Coronavirus-Pandemie belastet das laufende Geschäftsjahr 2020 stark.

Personelle Änderungen

Alice Scherrer als Präsidentin sowie Renato Marelli und Wilhelm Hansen als Mitglieder sind nach acht Jahren aus dem Verwaltungsrat der PBL per Ende 2019 zurückgetreten. Sie haben die PBL massgeblich geprägt und weiterentwickelt. In den Ruhestand getreten ist im Geschäftsjahr 2019 auch CEO Hans-Peter Ulmann. Er stand mehr als 23 Jahre an der Spitze des Unternehmens. Diesen Persönlichkeiten sei für ihren Einsatz im Interesse der PBL herzlich gedankt.
 

Kennzahlen Psychiatrie Baselland (in Mio. CHF)

 

2019

2018

Veränderung

Betriebsertrag

102,7

100,0

+ 2,7 %

Betriebsaufwand (ohne Abschreibungen)

95,7

94,4

+ 1,3 %

EBITDA (Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen)

7,0

5,6

+ 24,9 %

EBITDA-Marge (EBITDA in % vom Betriebsertrag)

6,9

5,6

+ 1,3 %-Punkte

Jahresgewinn

3,2

2,8

+ 14,9 %

Eigenkapital

60,9

57,6

+ 5,6 %

Eigenkapital-Quote in %

44,1

74,0

- 29,9 %-Punkte

Personalaufwand

76,9

76,2

+ 0,9 %

Sachaufwand

18,8

18,2

+ 3,3 %

Behandelte Fälle total

10'930

10'591

+ 3,2 %

Behandelte Fälle Erwachsenenpsychiatrie

7'700

7'467

+ 3,1 %

Behandelte Fälle Kinder- und Jugendpsychiatrie

3'230

3'124

+ 3,4 %

Pflegetage

82'319

80'175

+ 2,7 %

Mitarbeitende (Personen)

1'050

1'019

+ 3,0 %

Vollzeitstellen

740,2

740,3

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Weitere Informationen im Geschäftsbericht 2019 unter www.pbl.ch/geschaeftsbericht

Kontakt

Barbara Schunk, lic.rer.pol.
CEO Psychiatrie Baselland