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Gruppentherapien sind in den psychiatrischen Behandlungskonzepten der Psychiatrie Baselland von hohem Stellenwert sowohl im stationären, tagesklinischen wie auch ambulanten Bereich. Sie sind in methodischer wie störungsspezifischer Hinsicht breit gefächert.

Begegnung und Auseinandersetzung mit anderen

Psychische Schwierigkeiten und seelische Konflikte wirken sich zwischenmenschlich aus. Sie manifestieren sich als interaktionelle Störungen oder lassen sich im Kern als intersubjektiv begründete Erkrankungen verstehen. Das eigene Selbstverständnis, die Entwicklung einer Identität, das Verständnis sowie der Zugang zu andern, unsere Verhaltensmuster – all das gewinnen wir von Kindheit an in der Begegnung und Auseinandersetzung mit andern, die uns umsorgen, nähren und Sicherheit geben, uns lieben, aber auch fordern, kritisch beurteilen oder ablehnen.

Spezifische Wirkfaktoren von Gruppentherapien

Es liegt deshalb nahe, dass psychotherapeutische Hilfestellungen effizient in Gruppen erfolgen. Es gibt viele Beispiele für spezifische Wirkungsfaktoren von Gruppentherapien, die im Gegensatz zu den einzeltherapeutischen Settings zum Tragen kommen:

  • Perspektivenübernahme,
  • therapeutisches Arbeiten an der Empathie,
  • soziales, interpersonales Lernen, Erleben und Erarbeiten einer Gruppenkohäsion,
  • anderen Hilfestellung geben (Altruismus)
  • lernen, sich andern gegenüber zu öffnen und Kritik anzunehmen,
  • emotionale (und damit kathartische) Affektmobilisierung, z.B. durch die Exposition gegenüber eigenen sozialen Ängsten,
  • Reinszenierung früher Gruppenerfahrungen in der Familie
  • Bearbeitung reaktualisierter innerpsychischer Konflikte
  • erleben, dass man mit den eigenen Schwierigkeiten und Leiden nicht alleine ist (Universalität des Leidens).

Störungsspezifische psychotherapeutische Gruppen

Neben interaktionell ausgerichteten Gruppenpsychotherapien auf den Abteilungen im stationären Bereich werden störungsspezifische psychotherapeutische Gruppen angeboten, sowohl im stationären wie auch im teilstationären und ambulanten Bereich. So etwa für Patientinnen und Patienten

  • mit depressiven und/oder Angststörungen,
  • mit psychotraumatologischen oder Persönlichkeitsstörungen (Kompetenzgruppe bei posttraumatischen Störungen, mentalisierungsbasierte Therapie, schemazentrierte emotional-behaviorale Therapie, psychodynamische Gruppentherapie),
  • mit Essstörungen,
  • mit Suchterkrankungen (motivationale Gruppentherapien) oder
  • mit psychotischen Störungen.

 

Psychische Störungen führen oft dazu, dass betroffene Menschen ihren Alltag nicht mehr bewältigen können und hierfür professionelle Begleitung benötigen. Durch eine grosse Anzahl milieu- und soziotherapeutisch ausgerichteter Gruppen und Aktivitäten werden sowohl alltags- und lebenspraktische Fähigkeiten wie auch soziale Kompetenzen trainiert und Bewältigungsstrategien im Umgang mit erkrankungsbedingten Einschränkungen gelernt.

Weitere Gruppentherapieangebote

Weitere methodische Therapieverfahren ergänzen das breite Gruppenangebot der Psychiatrie Baselland:

  • soziales Kompetenztraining
  • Achtsamkeits- und Fertigkeitentrainings (aus dialektisch-behavioraler Therapie)
  • körperorientierte Verfahren («body awareness»-Gruppe),
  • «Boulder»-Gruppentherapie für Patientinnen und Patienten mit Angsterkrankungen
  • transdiagnostische Psychoedukationsgruppen gemeinsam für ambulante, Tagesklinik- und stationäre Patienten,
  • therapeutische Theaterspielgruppen,
  • musikalische Therapiegruppen
  • tiergestützte Interventionsgruppen.

Kontakt

Anmeldung und Aufnahme Patienten
Psychiatrie Baselland - Zentrale Aufnahme
Bienentalstrasse 7 Haus C
4410 Liestal