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Im Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen (ZfA) werden Erwachsene und Jugendliche mit problematischem Konsum oder Abhängigkeit von Suchtmitteln und Verhaltenssüchten behandelt. Mit den Betroffenen wird individuell das passende Setting – ambulant oder stationär – festgelegt. Wir vereinbaren suchttherapeutische Ziele wie kontrollierter Konsum, Entzug (auch Teilentzüge) und allenfalls Abstinenz.

Ambulant vor stationär

Das ZfA besteht aus einem dezentralen Behandlungsangebot in den drei Ambulatorien Liestal, Münchenstein und Reinach und einem stationären Behandlungsangebot in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Liestal. Wie in der ganzen Psychiatrie Baselland gilt auch im ZfA der Grundsatz: «ambulant vor stationär».

Stationäre Therapien

Falls eine ambulante Behandlung aufgrund somatischer oder psychischer Begleiterkrankung zu riskant erscheint oder bereits mehrere ambulante Entzüge gescheitert sind, therapieren wir unsere Patientinnenund Patienten auf der Akutabteilung B3 und Abteilung B4 zur Krisenintervention oder zum geplanten Entzug.Die stationäre Behandlung bietet die Möglichkeit zur Distanzierung vom sozialen Milieu, wenn dies für die Erreichung des Behandlungsziels hilfreich und sinnvoll erscheint.

Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit

Schwerpunkt der Abteilung B 4 bildet die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Auch Cannabis- oder Kokainabhängige Patienten werden auf dieser Abteilung behandelt. Bei Patienten mit Mehrfachabhängigkeit legen wir zu Behandlungsbeginn die Art und Reihenfolge des Entzugs fest.

 

Auf dieser Station wird auch eine Kurzzeittherapie für Alkoholabhängige durchgeführt. Sie besteht aus zweiwöchigem körperlichen Entzug und vierwöchiger Motivationstherapie. Sie gibt den Patienten Gelegenheit zu einer vertieften Auseinandersetzung mit ihrer Abhängigkeitserkrankung im Sinne einer psychotherapeutischen Kurzzeittherapie.

Ambulante Therapien in Liestal, Reinach und Münchenstein

Unsere Ärzte und Suchttherapeuten bieten störungsspezifische Therapien an. Um die spezifische Dynamik von Patientinnen und Patienten zu erfassen, die abhängig sind von Alkohol, Opiaten, Kokain oder Cannabis oder an Verhaltenssüchten leiden wie Glücksspielsucht, pathologischer PC- und Internetgebrauch, haben sich einzelne Mitarbeitende in den Ambulatorien auf Themenschwerpunkte spezialisiert.

 

Für ein vertieftes Verständnis der individuellen Problematik und Persönlichkeit unserer Patientinnen und Patienten klären wir psychodynamische Zusammenhänge und systemische Hintergründe ab. Interessierten Patienten bieten wir eine suchtspezifische, psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung an. Häufig liegen zu den Suchterkrankungen komorbide Störungen vor wie ADHS, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und psychischer Traumatisierung dazu, die wir im Kontext der Abhängigkeitserkrankung behandeln.

Alkoholentzug im eigenen sozialen Umfeld

In den Ambulatorien bieten wir eigenständig oder in Kooperation mit dem Blauen Kreuz oder nieder- gelassenen Haus- und Fachärzten ambulante Alkoholentzüge an, um betroffene Patientinnen und Patienten in einem frühen Stadium zu erreichen. Dies ermöglicht die therapeutische Auseinandersetzung über den Alkoholkonsum in ihrem persönlichen Umfeld mit typischen Verführungs- und Auslösesituationen. Während des ambulanten Entzugs bieten wir neben der suchttherapeutischen Begleitung eine ärztliche und pflegerische Behandlung mit engmaschiger Kontrolle des Gesundheitszustandes und Anpassung der Entzugsmedikamente an.

Substitutionsbehandlungen mit Opiaten

Opiatabhängigen Patientinnen und Patienten bieten wir in unseren Ambulatorien Reinach und Münchenstein eine niederschwellige Aufnahme in unser Substitutionsprogramm an. Ziel der Behandlung ist die psychische und körperliche Stabilisierung sowie die Schadensminderung (harm reduction). Die Behandlung umfasst neben dem Angebot der Substitution und Suchttherapie eine therapeutische Begleitung, um akute Krisen zu bewältigen und Patientinnen und Patienten in Ihrer weiteren psychischen Entwicklung zu unterstützen. Bei bereits in jungen Jahren eingesetzter Abhängigkeitsentwicklung ist das Ziel, wichtige Entwicklungsschritte wie zum Beispiel Entwicklung stabiler sozialer Bindungen, Berufsabschluss oder Lehre nachzuholen. Wir bieten falls nötig auch Unterstützung in der Vermittlung betreuter Wohnformen und im Aufbau einer Tagesstruktur an.

Hilfe bei Konsum von Suchtmitteln in Jugend und Adoleszenz

Suchterkrankungen manifestieren sich häufig erstmals in der Jugend. In unserem Fachbereich Kinder und Jugendliche mit Suchtproblemen arbeiten ein auf Jugendliche spezialisierter Therapeut mit systemischer Ausbildung und eine Kinder- und Jugendpsychiaterin. Eine intensive Diagnostik dient dazu, altersspezifischen von pathologischem Konsum zu unterscheiden und gefährdete Jugendliche zu einer Suchttherapie zu motivieren. Die therapeutische Arbeit mit Jugendlichen erfordert die Zusammenarbeit mit den Eltern und dem sozialen Umfeld, eine enge Vernetzung mit Schulen, insbesondere der Schulsozialarbeit, und weiteren im Jugendbereich tätigen Institutionen. Häufig wenden sich erstmals die Eltern an unseren Dienst, um sich Hilfe zu holen.

 

Bei schweren psychiatrischen Begleiterkrankungen arbeiten wir eng mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland zusammen.

Abteilungsangebote des ZfA

Abteilung B3 
Akutbehandlung, Entzugsbehandlungen, Schwerpunkt Abhängigkeit von illegalen Substanzen sowie Komorbidität mit Persönlichkeitsstörungen

Abteilung B4
Akutbehandlung, strukturiertes Psychotherapieprogramm, Schwerpunkt Abhängigkeit von legalen Substanzen Entwöhnung, Komorbidität mit Traumafolgestörungen

Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen

Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen Ambulatorium Liestal, Münchenstein und Reinach
Dr. med. Klauspeter Stark
Leitender Arzt
Katharina Hauri
Pflegerische Leitung