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Viele von uns wissen, wie sie sich körperlich gesund halten und tun viel dafür: Sport treiben, gesund essen, genügend schlafen.

Während der Corona-Pandemie hören wir einiges über die psychische Gesundheit und wie wichtig es ist, auch diese zu pflegen. Was zeichnet die psychische Gesundheit aus? Gemäss Weltgesundheitsorganisation bedeutet psychische Gesundheit, dass eine Person
 

  • sich wohlfühlt
  • ihre Fähigkeiten ausschöpfen kann
  • ihre normalen Lebensbelastungen bewältigt
  • produktiv arbeitet
  • einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten kann.
     

In einer für uns alle neuen und unsicheren Situation können diese Aspekte bei einigen Menschen durchaus ins Wanken geraten. 
Wie kann es mir noch wohl sein, wenn ich befürchten muss, dass ich mich oder meine Verwandten sich anstecken? Wie soll ich meine Fähigkeiten ausschöpfen, wenn der Chor, die Jassrunde und die Wandergruppe nichts mehr zusammen unternehmen dürfen? Wie soll ich produktiv arbeiten, wenn ich Angst haben muss, dass ich meine Arbeitsstelle verliere?

Solche und ähnlich Fragen treiben viele von uns um und die Psyche leidet unter der Situation.

Was können Sie dagegen tun? Hier einige Möglichkeiten und Denkanstösse, um in einer psychischen Balance zu bleiben:

  • Versuchen Sie, Ihre Zuversicht zu behalten. Dabei kann es helfen bewusst wahrzunehmen, welche kleinen Dinge in der momentanen Situation Freude bereiten und ein gutes Gefühl vermitteln: Das Vogelgezwitscher im Winter vor dem Fenster, das Abendrot, die weisse Landschaft nach einer eiskalten Nacht.
     
  • Für viele von uns ist es hilfreich, eine Tagesstruktur zu haben, auch wenn wir uns in normalen Zeiten dadurch sehr eingespannt fühlen. Mit Homeoffice und eingeschränkten Möglichkeiten seinen gewohnten, regelmässigen Hobbies nachzugehen, fällt die vorgegebene Struktur weg.
    Um in Balance zu bleiben, kann es hilfreich sein, sich selbst einen Tagesplan zu geben: Wann stehe ich spätestens auf? Wieviel Zeit muss ich für meine Erwerbsarbeit, meinen Haushalt oder für andere Verpflichtungen einplanen? Wann plane ich eine Pause ein? Wann esse ich? Wann gehe ich an die frische Luft? …. Diese Tagesplanung gibt uns Struktur und der Psyche Orientierung und Halt.
     
  • Soziale Kontakte sind besonders wichtig und auch in Zeiten der Pandemie möglich. Spaziergänge mit Ihrer Familie, Ihren Freunden oder Nachbarn in der Natur sind möglich und äusserst wohltuend. Sie haben Bewegung und gleichzeitig pflegen Sie ihre persönlichen Kontakte; zwei grundlegend wichtige Aspekte um die seelische Belastung im Gleichgewicht zu halten. 
    Wichtig dabei ist, dass Sie genügend Abstand halten, eine Maske tragen und sich nicht berühren. Wie wäre es, gemeinsam Gesten zu kreieren, die trotz Abstand eine Umarmung andeuten?
  • Um Hilfe zu bitten, fällt einigen Menschen schwer. Aber könnte es nicht auch ein Zeichen der Stärke sein? Sie merken, wo Sie anstehen und Unterstützung benötigen und kennen vielleicht jemanden, den Sie anfragen könnten. Gleichzeitig mit Ihrer Anfrage treten Sie mit einem Mitmenschen in Kontakt und sprechen über sich und über Ihr Anliegen. Beides ist hilfreich und kann die eigene Situation erleichtern.
    Wenn Sie niemanden in Ihrer Nähe um Hilfe fragen möchten, dann besprechen Sie Ihre Situation mit einer Person eines Beratungstelefons oder einer Hotline.
     
  • Es kann hilfreich sein, sich bewusst vorzunehmen, nur noch ein Mal pro Tag die Nachrichten zu hören, dann aber auf gute Musik, ein Hörspiel oder Hörbuch umzuschalten und sich dabei einen Moment zu entspannen.
     
  • Wollten Sie schon lange etwas Neues lernen? Liegt das Italienischwörterbuch unberührt auf Ihrem Pult? Wollten Sie schon lange wissen, wie Gebärdensprache funktioniert? Solche Lerneinheiten könnten Sie nun in Ihre Tagesplanung aufnehmen. 


Probieren Sie es doch einfach einmal und nehmen Sie wahr, was mit Ihnen geschieht. Vielleicht entdecken Sie eine neue Seite an sich. 

Kontakt

Christine Salkeld
Dipl. Psych. FSP
Fachstelle Prävention