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Psychiatrie Baselland baut ihr Angebot in der Arbeitsintegration aus

 

Liestal, 2. Dezember 2019

Die Psychiatrie Baselland verstärkt ihr Engagement für Menschen mit psychischen Problemen, die dadurch Schwierigkeiten am Arbeitsplatz bekommen. Sie hat dazu das Kompetenzzentrum „WorkMed“ gegründet. Die Nachfrage nach arbeitspsychiatrischen Abklärungen ist hoch.

Das Thema Arbeitsplatzerhalt und Reintregration hatte in der Psychiatrie Baselland (PBL) schon immer eine grosse Bedeutung. Die PBL führte 2005 eine Fachstelle ein, die sich mit einem schweizweit pionierhaften Angebot für die berufliche Integration psychisch kranken Menschen engagiert hat. „Der bisherige Erfolg der Fachstelle und die sehr grosse Zahl von betroffenen Arbeitnehmenden mit Unterstützungsbedarf haben uns dazu bewogen, die Arbeitspsychiatrie zu einem strategischen Geschäftsfeld auszubauen“, sagte PBL-CEO Barbara Schunk an einem Mediengespräch.

Interdisziplinäres Team

Daraus ist das arbeitspsychiatrische Kompetenzzentrum "WorkMed" entstanden. WorkMed hat den Betrieb an der Rathausstrasse 40 in der Altstadt von Liestal am 1. September 2019 aufgenommen. Ein multidisziplinäres Team mit Fachpersonen aus Psychiatrie, Psychologie und Psychiatriepflege mit grosser Erfahrung in der Arbeitsintegration, Versicherungsmedizin und klinischen Psychiatrie verfolgt zwei Hauptziele: Eine verbesserte Arbeitsmarktbeteiligung von Personen mit psychischen Problemen und der Aufbau von spezialisierten psychiatrischen Angeboten. Gleichzeitig unterstützt und berät WorkMed Arbeitgeber, Behörden, Versicherungen sowie Ärztinnen und Ärzte und weitere Therapeuten. Weiter betreibt WorkMed praxisbezogene Forschung zu Fragen über Arbeit und psychischen Problemen.

Guter Start mit grosser Nachfrage

WorkMed hat in den ersten Betriebsmonaten über 100 arbeitspsychiatrische Abklärungen und Beratungen bei Menschen mit psychisch bedingten Arbeitsproblemen vorgenommen. Es sind Personen, die noch im Arbeitsprozess stehen, von der IV, der Arbeitslosenversicherung oder der Sozialhilfe unterstützt werden oder seit einigen Monaten krankgeschrieben sind. Ziel ist es, dass diese Menschen den Arbeitsplatz behalten oder wieder einsteigen können. „Die Nachfrage nach solchen Abklärungen liegt deutlich über unseren Erwartungen“, sagte Niklas Baer. Und das Potenzial sei sehr gross. Etwa 20 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz leiden unter psychischen Problemen.

Spezialisierte Psychotherapie

WorkMed arbeitet eng mit der Erwachsenenpsychiatrie der PBL zusammen. Diese rückt vermehrt Aspekte der Arbeit und Arbeitsfähigkeit in den Fokus der psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapien. „Grundlage dazu ist eine Therapieplanung, in die nach Möglichkeit verschiedene Beteiligte einbezogen sind – sofern der Patient dazu sein Einverständnis gibt“, sagte Matthias Jäger, ärztlicher Leiter und Direktor Erwachsenenpsychiatrie. Ziel ist es, durch die arbeitsbezogene Therapie und das Zusammenspiel der verschiedenen Partner und Disziplinen die psychiatrische Störung so zu behandeln, dass eine Grundlage geschaffen wird, damit der Betroffene arbeitsfähig bleibt oder die Arbeit wieder aufnehmen kann.“