Psychiatrie Baselland
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Medienmitteilung

04. Dezember 2017

Psychiatrie Baselland stellt Werke von Hermann Anselment aus

Première in der Psychiatrie Baselland: Zum ersten Mal zeigt die Institution in ihrem Ausstellungs-Zyklus „Kunst in der Psychiatrie“ Werke eines bereits verstorbenen Künstlers – Hermann Anselment (1905 – 1981). Der gebürtige Deutsche lebte ab 1954 in Liestal und baute hier eine Malschule auf. Gezeigt werden expressionistische Werke und Zeichnungen.

Die Psychiatrie Baselland lädt das Publikum ein zur Vernissage der Ausstellung am Mittwoch, 6. Dezember 2017, 18.15 Uhr, Haus B der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Bienentalstrasse 7 in Liestal. Einführende Worte spricht Kunsthistorikerin Inge Ströle aus Niederdorf. Die Ausstellung ist bis 29. April 2018 täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Nachlass von Hermann Anselment umfasst rund 3000 Bilder, Skizzen und Zeichnungen. Nach seinem Tod errichtete seine Frau Elsy Anselment eine Stiftung mit Sitz in Liestal. Sie hatte zum Zweck, die Arbeiten des Künstlers der Nachwelt zu erhalten. Die Stiftung wurde 2017 in einen Verein umgewandelt, der die wichtigsten 660 Werke aus allen Schaffensperioden von Anselment professionell hat inventarisieren lassen. So ist ein Kernbestand entstanden, der an Ausstellungen dem Publikum gezeigt werden kann.

Die Psychiatrie Baselland präsentiert einen kleinen Querschnitt aus Bildern und Zeichnungen aus dem Kernbestand sowie Werke aus den weiteren rund 1‘000 Arbeiten. Die Gemälde aus Tempera oder Öl stellen vor allem Landschaften, Köpfe und Figuren sowie Blumen dar. Sie fallen durch ihre Farbenstärke und teils kubistischen Formen auf, wie sie für den Expressionismus typisch gewesen sind. Die ältesten ausgestellten Werke stammen aus den 1920er-Jahren.

Anselment wurde 1905 in Freiburg i.Br. geboren. Nach dem Abitur liess es sich zum Flachmaler ausbilden, anschliessend folgten Studien in Musik (Cello) sowie an der Zeichenschule der Universität Freiburg. Später kamen weitere Kunststudien dazu. Die Nationalsozialisten belegten ihn mit einem Ausstellungsverbot, den Krieg verbrachte er als Funker in Tschechien. Es folgte eine rege Tätigkeit als Kunstmaler, Zeichner, Dozent und Gründer einer Malschule. 1954 übersiedelte Anselment nach Liestal, wo er bis zu seinem Tod 1981 lebte, malte, zeichnete und ebenfalls eine Malschule eröffnete. Malkurse gab er auch in den damaligen Kantonalen Psychiatrischen Diensten.

Betreut wird das Erbe des Künstlers vom „Verein für die Erhaltung des Kernbestandes der Werke von Hermann Anselment“. Er ist zuständig für die fachgerechte Lagerung der Gemälde und Zeichnungen und stellt sie für Ausstellungen oder akademische Zwecke zur Verfügung.

Kontakt
Thomas Lüthi, Leiter Kommunikation, Psychiatrie Baselland, Bienentalstrasse 7, 4410 Liestal
Telefon 061 553 50 11, thomas.luethi@pbl.ch

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