Psychiatrie Baselland
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Medienmitteilung

04. Mai 2016

Psychisch Kranke helfen sich und anderen

Psychisch kranke Menschen können trotz Einschränkungen zu einem befriedigenden und hoffnungsvollen Leben finden. Ein Weg dazu heisst „Recovery“ – aus eigener Kraft entwickelte Bewältigungsstrategien. Die Psychiatrie Baselland erzählt Recovery-Geschichten von Betroffenen und ist Gastgeberin einer Wanderausstellung.  

„Die Hoffnung trägt – Erfolgreich auf dem Recoveryweg“: Unter diesem Titel erzählen zehn psychisch belastete Menschen ihre Geschichten. Sie berichten über ihre Erfahrungen mit dem Recovery-Modell und ihrer eigenen Genesung. Porträtiert werden Frauen und Männer, die teils seit Jahren an psychischen Problemen leiden, jedoch gelernt haben, damit umzugehen. Sie haben Strategien gefunden, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Die Porträts sind auf zehn grossen Bannern in Bild und Schrift zu sehen. Sie sind vom 12. Mai bis 1. Juli 2016 im Foyer der Psychiatrie Baselland an der Bienentalstrasse 7 in Liestal ausgestellt. Zur Vernissage mit Apéro am Mittwoch, 11. Mai 2016 um 15 Uhr ist das Publikum herzlich eingeladen. Hintergrund der Ausstellung ist der internationale Tag der Pflege vom 12. Mai 2016.

Selbstheilung dank Recovery
Recovery im psychiatrischen Sinn bezeichnet keine medizinische Behandlung, sondern beschreibt ein psychosoziales Modell. Ziel ist es, die psychische Beeinträchtigung zu reduzieren und die persönliche Lebensqualität zu erhöhen. Häufig angeleitet durch Pflegefachleute durchlaufen die Betroffenen einen Veränderungsprozess – weg von der eigentlichen Krankheit hin zum Glauben an sich selbst, zu Hoffnung, Selbstvertrauen und Selbstbestimmung.

Eine sinnvolle Arbeit, die Familie, Freunde, Wandern, Tiere, Sport – unzählig sind die Aktivitäten und Beziehungen, die psychisch kranken Menschen zur Selbstgenesung führen können. „Nur die betroffenen Menschen selber können letztlich ihren individuellen Weg zur Heilung entdecken und gehen“, sagt Pflegewissenschaftlerin Elena Seidel, Direktorin Pflege der Psychiatrie Baselland. „Die Hoffnung trägt“ – so lautet auch der Titel eines Buches, in dem 25 psychisch belastete Menschen ihre Recovery-Geschichten erzählen, und das an der Vernissage aufliegt.

Das Recovery-Modell ist vor allem in angelsächsischen Ländern wie Neuseeland, Australien oder Grossbritannien fest in der Gesundheitsversorgung verankert oder sogar gesetzliche Pflicht in der Behandlung der Patienten. In der Schweiz gewinnt die Recovery-Bewegung zunehmend an Bedeutung.

Betroffene erzählt von ihren Erfahrungen
An der Vernissage wird Recovery-Spezialist Gianfranco Zuaboni vom Sanatorium Kilchberg (ZH) in das Thema einführen. Über Recovery berichtet als Betroffene die frühere Lehrerin und Ethnologin Ulrike Kaiser, die nach einer speziellen Ausbildung ihre Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung als Genesungsbegleiterin in einer Akutpsychiatrie anderen Patienten und Fachpersonen weitergibt.

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